Was macht die Zukunft mit dem Kumpel?

 

Vortrag und Diskussion mit

 

Michael Lehmann

Vorsitzender des Betriebsrates der RWE Power AG am Standort Kraftwerk Weisweiler

 


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Die Diskussion um die Zukunft der Braunkohle flammte zum Jahresende wieder auf angesichts der Rodungsmaßnahmen im Hambacher Forst und dem Klimagipfel in Bonn. An die z. T. gewalttätigen Auseindersetzungen und ihre mediale Begleitung haben wir uns in unserer Region leider schon beinahe gewöhnt. Aber es sind nicht nur die Polizistinnen und Polizisten, die einen schweren beruflichen Alltag haben. Das Verhalten der Waldbesetzer mit ihren Eingriffen in die betrieblichen Abläufe der Tagebaue, die Angriffe auf die Infrastruktur betreffen und belasten auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von RWE Power.

Anhaltend wird nun seit Jahren über den zeitlichen Rahmen des Ausstiegs aus der Braunkohle debattiert und spekuliert. Das Ende des Tagebaus Inden 2030, das Auslaufen der Tagebaue Hambachund Garzweiler zur Mitte des Jahrhunderts - sie liefern den Stoff für vielfältige politische Positionierungen. Wer gedacht hatte, mit der Leitentscheidung der alten rotgrünen Landesregierung zu Garzweiler, die in einer Verkleinerung der Tagebaufläche mündete, in einem Fahrplan für den Ausstieg aus der Kohleverstromung, mit dem Überführen der Kraftwerke Frimmersdorf,  Niederaußem und Neurath in die Kraftwerksreserve würde Klarheit geschafffen und Ruhe einkehren, wurde eines Besseren belehrt.

Die Landtagswahl brachte zwar ein Bekenntnis der neuen NRW-Koalition zur Leitentscheidung und zum geordneten Auslaufen des Kohleabbaus im Rahmen der beschlossenen Pläne. Dann aber folgte der Bundestagswahlkampf. Aus Berlin betrachtet wird die regionale Bedeutung des Rheinischen Reviers augenscheinlich kaum wahrgenommen. Dort wird v. a. über Klimaschutzziele diskutiert. Teilberichte zu den Jamaika-Verhandlungen führten zu großer Verunsicherung und Protesten der verschiedenen Lager. Droht die zusätzliche, die frühzeitige Abschaltung von weiteren Kraftwerksblöcken? Wenn ja, wann und in welchem Umfange? 3, 5 oder gar 7 Gigawatt... Der Einstieg in die GroKo-Verhandlungen wurde im Revier von den Betroffenen mit einem Aufatmen, aber auch mit einer gehörigen Portion Skepsis aufgenommen: sehen die Verhandlungsführer auch aus anderen Teilen der Republik kenntnisreich auf unsere Region? Wer spielt mit bei der sog. Megawatt-Lotterie...

Hinter dem Strukturwandel stehen Menschen. Menschen, die in den Tagebauen, in den Kraftwerken und in der Zulieferindustrie arbeiten. Sie machen sich Gedanken über ihre Arbeitsplätze. Sie machen sich Gedanken übe den Vorwurf Kumpel = Klimakiller. Sie machen sich Gedanken darüber, wie es nach dem Tagebau mit ihnen weitergeht. Sie machen sich Gedanken, wie es kurzfristig in den nächsten Jahren weitergeht: Im Sommer noch diskutierten Unternehmen und Betriebsräte über ein neues Programm zur Gewinnung neuer, junger Mitarbeiter, über ein mehr bei der Ausbildung, um die zeitlichen Ziele des Ausstiegs mit qualifiziertem Personal angesichts des demographischen Wandels erreichen zu können. Dann der Stopp durch wabernde Gerüchte um mögliche vorzeitige Schließungen. Was steht demnächst im Koalitionsvertrag? Wer weiß das schon, ein halbes Jahr nach der Bundestagswahl?

Quälende Fragen, eine quälende Zeit des Wartens. Nun schon über Jahre bedingt. Was macht das mit den Beschäftigten? Wie äußern sich Ängste? Wie macht sich Skepsis in eine berufliche Zukunft bemerkbar? Wie findet Mitarbeitervertretung, betriebliches Mitbestimmung in diesen Zeiten statt? Wird der Einzelne mehr auf sich selbst bezogen und weniger auf das Ganze blickend?

Stellen wir den Menschen, den arbeitenden Menschen wieder in den Mittelpunkt und diskutieren wir mit Vorsitzenden des Betriebsrates der RWE Power AG am Standort Kraftwerk Weisweiler, Herrn Michael Lehmann, diese Fragen. Fragen wir, was die unsichere Zukunft mit ihnen macht.  Wir laden Sie ganz herzlich zum Mitdiskutieren auf unseren Politischen Aschermittwoch ein.

 

Dr. Ralf Nolten MdL

CDA-Kreisvorsitzender