DÜRENER FIRMA ENTWICKELT ZWEI VERFAHREN FÜR GRÜNEN STAHL UND FILTERUNG VON CO2 AUS DER LUFT

Düren. Das Dürener Unternehmen TS Elino GmbH und die CO2GRAB GmbH haben eine Technik zur wirtschaftlichen Herstellung von „grünem Stahl“ ohne CO2 Emission entwickelt. Darüber hinaus arbeiten sie an Lösungen, um das klimaschädliche CO2 aus der Umgebungsluft zu binden (CO2 Capturing).
CEO Dr. Stephan Köhne nutzte den Besuch des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, in seinem Betrieb, um die entwickelten Verfahren der Öffentlichkeit vorzustellen. Köhne erläuterte, dass außer bei der Stahlerzeugung in der Zement- und Chemieindustrie hauptsächlich CO2 Emissionen entstünden. Deren riesiges Ausmaß sei vielfach in der Öffentlichkeit noch nicht so bekannt. Deshalb habe man mit Hochdruck an innovativen, aber praktikablen Lösungen zur CO2 Vermeidung bzw. Bindung von CO2 gearbeitet.
Die dabei entwickelten Technologien und Verfahren seien unter gewissen Voraussetzungen schon heute mit derzeit üblichen CO2 emittierenden und damit extrem klimaschädlichen Verfahren wettbewerbsfähig. Die große Herausforderung bestünde nun darin, sie in einen großindustriellen Maßstab zu überführen.
Dr. Köhne erläuterte, dass aktuell Roheisen durch den Einsatz von Kohle (Koks) vornehmlich in Hochöfen erzeugt werde. „Dabei wird prozessbedingt das extrem klimaschädliche CO2 freigesetzt,“ so Köhne. „Bei der Dürener Ofen-Technik wird aber per „Direktreduktion“ Eisenerz mithilfe von grünen Wasserstoff (statt Kohle) zu Eisen reduziert.“ Der Wasserstoff
reagiere dabei mit dem Sauerstoff im Eisenerz (Eisenoxid) direkt im festen Zustand und wandele dieses in ein Eisenvorprodukt, den so genannten Eisenschwamm, um. Und statt CO2 entstehe bei dieser Technologie Wasser (H2O), welches im Kreislauf verbleibe. Der Eisenschwamm könne schließlich gemeinsam mit Stahlschrott in einem Elektrolichtbogenofen eingeschmolzen werden. So entstünde „grüner“ Stahl. Das sei das Ziel.
Der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel zeigte sich von den vorgestellten Lösungen der Firmen aus seinem Heimatkreis beeindruckt: „Die Stahlproduktion gehört zu den energie- und emissionsintensivsten Industrieprozessen weltweit. Die Direktreduktion mit Wasserstoff ist daher eine tolle Chance, um unsere Stahlerzeugung klimaneutral zu gestalten – wir verbinden effektiven Klimaschutz und die Sicherung zukunftsfester Arbeitsplätze. Dabei sind Forschung und Entwicklung der Schlüssel, um unsere wirtschaftliche Stärke zu erhalten und unser Land fit für die Zukunft zu machen. Deswegen fördern wir schon jetzt zahlreiche Projekte in der Stahlindustrie.“
Das CO2 Capturing erfolge mit Hilfe von CalciumOxid, einem Grundstoff der Zementindustrie, der hier auch „Klinker“ genannt werde. Dabei werde der natürliche Calicumkreislauf genutzt. Dieser Kreislauf sei zum Beispiel auch Voraussetzung von Lebewesen wie Korallen, Schalen- und Wirbeltieren.. Ursprünglich in der Natur vorkommendes CalciumOxid werde durch Verwitterungsprozesse mit CO2 in Calicumcarbonat, dem Grundstoff unserer Knochen, umgesetzt. Köhne: „Dabei wird das atmosphärisches CO2 gebunden. Durch das Erwärmen des Caliciumcarbonats kann man dann wieder das CO2 aus der Calciumverbindung herauslösen und für industrielle Prozesse, beispielsweise synthetische Kraftstoffe oder chemische Grundstoffe, nutzen,“ Das Calicumoxid und somit der „Klinker“ könne dadurch CO2 neutral hergestellt werden. Natürlich unter der Voraussetzung, dass die genutzte Energie für die Erhitzung aus Erneuerbaren Energien stammt.
Dr. Köhne: „CO2GRAB hat hier eine Technologie entwickelt, die die Verwitterung des Caliciumoxids beschleunigt und dabei relativ wenig Energie und damit Kosten benötigt. Dieses Verfahren habe das technische Potenzial, einen Durchbruch für die CO2 Problematik in der Zement- und Chemieindustrie zu bewirken und somit ein „Gamechanger“ im Bereich synthetischer Kraftstoffe und chemischer Grundstoffe zu werden.“
Hintergrund: Die Firma CO2GRAB GmbH wurde als Start Up im Jahre 2020 gegründet und arbeitet zurzeit im wesentlich an drei Initiativen:
• „HyIron™ green steel“- Produktion von grünen Eisenschwamm für die Stahl und Gießerei Industrie
• „HyIron™ hydrogen transport“- zum indirekten Transport und zur Speicherung von Wasserstoff
• „3-CA™ carbon capturing“. Einer direct air capturing DAC Technologie zur direkten Absorption des luftgebundenen CO2
„Die Technologien, die wir in den letzten Monaten weiterentwickelt haben, basieren zum größten Teil auf vorhandenen technischen Verfahren, die wir weiterentwickelt haben. Sie können uns helfen, den Übergang in eine CO2 neutrale Wirtschaft kurzfristig umzusetzen “, so Dr. Stephan Köhne, CEO der CO2GRAB GmbH „Wir sind überdies davon überzeugt, dass das Potenzial unserer Technologien einen großen Anteil an der Energiewende haben wird.“ Das bestätigt auch Christoph Sonntag, CFO der CO2GRAB GmbH: „Unser Ziel ist es, bis zum Ende des Jahres weitere Projekte weltweit zu etablieren.“
„Um eine möglichst schnelle Implementierung der bahnbrechenden Ideen zu ermöglichen sind wir bereits in Kontakt mit mehreren Unternehmen der Stahl- und Zementindustrie sowie Automobilhersteller und Zulieferern,“ erklären Dr. Köhne und Sonntag.

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