Sprachausbildung bei Flüchtlingen liegt Kreis besonders am liegt Herzen

Flüchtlinge und Asylbewerber warten oft Jahre auf den Abschluss ihrer Anerkennungsverfahren und sind in dieser Zeit von Integrationskursen inkl. Sprachenausbildung ausgeschlossen. Darüber hinaus ist das Angebot für Flüchtlinge und Asylanten professionell und auf hohem Niveau Deutsch lernen zu können, äußerst unzureichend. 

Hinzu kommt, dass Flüchtlinge oft in einem nicht-lateinischen Schriftsystem zu Hause sind und damit zwar in ihrer Heimatschrift lesen und schreiben können, sie jedoch in Deutschland Analphabeten aufgrund des hiesigen lateinischem Schriftsystems sind. Die hier zur Abhilfe bestehenden Angebote für Sprachkurse seitens der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge richten sich in der Regel nur an Menschen mit einem abgeschlossenen Asylverfahren oder mit hoher Bleibeperspektive und unterliegen einer sehr langen Wartezeit. Dabei benötigen insbesondere Flüchtlinge mit hohem Bildungsniveau einen schnellen Zugang zur Deutschen Sprache als Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Integration und dem damit verbundenen Zugang zum Arbeitsmarkt. Um hier die vor Ort insbesondere von den ehrenamtlich tätigen Flüchtlingshilfen bei ihren Integrationsbemühungen initiierten professionellen Alphabetisierungs- und Sprachkurse zu unterstützen, hat der Integrations- und Migrationsausschuss des Kreises Düren sich für eine finanzielle Förderung derartiger Maßnahmen ausgesprochen. So werden diesbezügliche Projekte bei der VHS Rur-Eifel, der Katholischen Familienbildung e.V. sowie beim Flüchtlingskreis Aldenhoven-Schleiden und beim Asylkreis Inden bezuschusst. "Auf Initiative der Koalition von CDU und B90/Die Grünen hat der Kreistag bereits vor einem Jahr den Gesetzgeber einstimmig in einer Resolution aufgefordert, Asylsuchende vom Zeitpunkt der Zuweisung in die Kommunen den Zugang zu den Integrations- und damit zu den Deutschkursen zu ermöglichen. Wir sehen hierin eine unabdingbare Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Integration. Von daher ist die  diesbezügliche Unterstützung seitens des Kreises sicherlich nur ein kleiner Tropfen auf einem heißen Stein, aber ein erster Schritt in die richtige Richtung", so Fred Kessel, Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion in der jüngsten Sitzung des  Ausschuss für Integration und Migration.

 

Mit einer Förderung in Höhe von 20.000 Euro kann auch das Migrantinnennetzwerk gegen häusliche Gewalt des gemeinnützigen Vereins Goldrute e.V. für 2016 zur Finanzierung ihrer überwiegend ehrenamtlich durchgeführten Arbeit rechnen. Allein in 2015 nahmen bei Goldrute e.V. 44 Migrantinnen aus 23 Nationen persönliche Beratungen – insgesamt 780 Stunden - mit Gewalterfahrung im häuslichen Bereich in Anspruch.  Im Zeitraum von Juli bis Dezember 2015 wurden zusätzlich 64 Flüchtlingsfrauen aus 17 Nationen mit einem Zeitaufwand von über 380 Stunden beraten. Die u.a. aufgrund der aktuellen Flüchtlingszahlen kontinuierlich steigende Beratungsnotwendigkeit war maßgeblich für die Entscheidung des  Ausschusses für Integration und Migration, dieses Migrantinnennetzwerk auch 2016 entsprechend zu fördern.(rm) 

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