Bördebahn braucht Unterstützung

Die Reaktivierung der sogenannten Bördebahn zwischen Düren und Euskirchen schreitet voran, seit dem Osterwochenende können Fahrgäste die Strecke samstags, sonntags und an Feiertagen nutzen. Ab 2017 ist auch der Verkehr an Wochentagen geplant.  Auf diesen Plan haben sich die Kreise Düren und Euskirchen gemeinsam mit dem Bürgerbahnverein Düren-Zülpich-Euskirchen und dem Nahverkehr Rheinland (NVR) verständigt. 

Umso unverständlicher ist vor diesem Hintergrund die Haltung der rot-grünen Landesregierung, die bislang eine finanzielle Unterstützung der Bördebahn verweigert. Dies geht aus einer Antwort von Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) auf eine Anfrage des Jülicher CDU-Landtagsabgeordneten Josef Wirtz hervor. Groschek bescheinigt der Bördebahn darin zwar ein „durchaus nennenswertes Verkehrsaufkommen“, bestätigt aber die Einstufung in eine untergeordnete Stufe des ÖPNV-Bedarfsplans für NRW. Dadurch sei eine Förderung seitens des Landes nicht möglich. Aus Sicht von Josef Wirtz eine falsche Entscheidung: „Die Fahrgastzahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Menschen in der Region wollen die Bördebahn. Dass das Land sich aus der Finanzierung komplett rausstiehlt, ist aus meiner Sicht unverantwortlich.“

 

Ebenso attestiert Groschek der Bördebahn eine „raumzerschneidende Wirkung“: Sie wirke als Barriere und trage zur „Lebensraumfragmentierung“ bei.  Eine Einschätzung, die Josef Wirtz nicht nachvollziehen kann: „Direkt neben der Schiene der Bördebahn verläuft die Bundesstraße 56n, die breit ausgebaut ist und mit hohen Geschwindigkeiten befahren wird. Diese hat jedoch nach Einschätzung des Landes keinen Einfluss auf eine Zerschneidung des Raumes. Diese Regelung zu Lasten des Schienenverkehrs ist aus meiner Sicht willkürlich und so nicht nachvollziehbar.“

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Kommentare: 1
  • #1

    HG Schmitz (Sonntag, 30 August 2015 18:51)

    Leider ist es aber doch so: Ein Gutachten hatte 2011 ergeben das 19 Millionen für notwendige Arbeiten zur Reaktivierung aufgebracht werden müssen.
    4,2 Mio stehen vermutlich 1,7 Mio Einnahmen entgegen.
    Wie wäre es mit vernünftigen Regelungen zur Asylfrage? Wie Unterbringung,Versorgung......in den Kommunen.
    Kaufmännisch Nonsens auf letztendlich Steuergeldern.