Landwirte nicht unter Generalverdacht stellen

„Es ist bereits heute in der Landwirtschaft gängige Praxis, dass durch eine Vielzahl von Maßnahmen während der Mähsaison dem Tierschutz Rechnung getragen wird.“ Mit diesen Worten reagiert der CDU-Landtagsabgeordnete Josef Wirtz auf einen Antrag der FDP im Landtag, demzufolge jedes Jahr tausende Tiere während der Mähsaison im Sommer durch Erntemaschinen getötet würden.  

„Als jemand, der selbst viele Jahre als aktiver Landwirt tätig war, hat mich dieser Antrag ehrlich gesagt etwas verwundert“, so Wirtz. Es sei zwar nicht auszuschließen, dass in Ausnahmefällen Tiere zu Schaden kämen, die Problematik sei aber sicherlich nicht so dramatisch, wie von der FDP beschrieben.

 

„Auch die Landwirte und Jäger im Kreis Düren arbeiten seit Jahren Hand in Hand zum Schutz der Jungtiere. Die Erfolge dieser Maßnahmen können sich sehen lassen“, so Wirtz. Heutzutage werde keine Wiese mehr ohne Vorwarnung gemäht, da dies einen  Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstelle. In der Regel versuchten Jäger am Abend vor der Mahd, etwaige Tiere aus dem Feld zu vertreiben. Ebenso werde versucht, Muttertiere davon abzuhalten, ihre Jungen im Feld zu verstecken. Auch der Mähvorgang selbst sei zugunsten des Tierschutzes angepasst worden.

 

Die Anbringung zusätzlicher akustischer Warnsirenen an den Erntemaschinen, wie von der FDP gefordert, sieht Wirtz skeptisch: „Wer bereits einmal bei einer Mahd oder Getreideernte dabei gewesen ist, weiß, dass die Geräuschkulisse ohnehin sehr laut ist. Zusätzliche, lärmerzeugende Maßnahmen würden nur Konflikte mit den Anwohnern provozieren“.

 

Wirtz setzt dagegen zur Stärkung des Tierschutzes auf die Ergebnisse eines aktuellen Projekts des Bundeslandwirtschaftsministeriums, bei dem verschiedene technische Lösungsansätze zur Wildrettung untersucht werden.

 

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