Die Energiewende ist in vollem Gang

Bundesumweltminister Norbert Röttgen spricht im Interview mit dem Spiegel über die Energiewende: "Wir arbeiten seit vorigem Sommer kontinuierlich und Schritt für Schritt daran, die Energiewende zum Erfolg zu führen." Dies sei ein Prozess, der Jahre und Jahrzehnte in Anspruch nehmen werde. "Niemand kann ernsthaft glauben, die Energiewende sei innerhalb weniger Monate zu bewältigen", so der Bundesumweltminister.

 

 

"Nach und nach werden neue Netze gebaut werden"

 

Röttgen zeigte sich insgesamt zufrieden mit der Verlauf der Energiewende: "Wir haben ein riesiges Gesetzespaket beschlossen, das wir jetzt abarbeiten, vom Netzausbau über die Gebäudesanierung, die Förderung der Offshore-Windenergie bis zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung." Es sei wichtig, dass die Energieversorgung in Deutschland weiterhin so gut funktioniere. Die Stromversorgung war und bleibe jederzeit sicher. Deutschland sei unterm Strich im vergangenen Jahr immer noch Netto-Exporteur von Strom gewesen.

 

Mit Blick auf die Entscheidungen anderer Länder, weiter auf die Kernenergie zu setzen, machte Röttgen deutlich, dass es vernünftig sei, "konsequent auf erneuerbare Energien und auf Energieeffizienz umzusteigen, und damit muss man irgendwann auch mal anfangen." Es gebe eine hohe Aufmerksamkeit, mit der die Energiewende in Deutschland beobachtet wird. Röttgen: "Das Interesse ist riesengroß, und wenn ein Industrieland wie Deutschland die Wende schafft, dann wird das seine Strahlungskraft entfalten, da bin ich ganz sicher."

 

Großen Bedarf sieht der Bundesumweltminister noch im Ausbau der Stromnetze. Dort sei man etwas im Rückstand und brauche einige Jahre, um dann zu mehr Wettbewerb zu gelangen. "Nach und nach werden neue Netze gebaut werden", so der Minister. Dies werde auch dem Wettbewerb in Deutschland gut tun.