Das ändert sich 2011

(01.01.2010) 2011 kommen einige Änderungen im Steuerrecht, bei den Sozialversicherungen und Sozialleistungen sowie im Verkehr auf die Bürger zu.

Das ändert sich 2011
2011 kommen einige Änderungen im Steuerrecht, bei den Sozialversicherungen und Sozialleistungen sowie im Verkehr auf die Bürger zu. 

 

Lohnsteuerkarte

Die Lohnsteuerkarte hat ausgedient. Die Gemeindeverwaltungen verschicken die Formulare nicht mehr. Die Lohnsteuerkarte 2010 bleibt ein weiteres Jahr gültig, die Finanzbehörden stellen schrittweise auf ein elektronisches Verfahren um. Wer 2011 erstmals eine steuerpflichtige Beschäftigung aufnimmt, muss ein Ersatzpapier beantragen.


Finanzämter

Die Finanzämter übernehmen die volle Zuständigkeit für alle steuerrelevanten Daten: Beispielsweise müssen alle Freibeträge künftig beim Finanzamt beantragt werden.

 

Arbeitszimmer
Sie können in bestimmten Fällen wieder steuerlich geltend gemacht werden. Maximal 1.250 Euro dürfen als Pauschalbetrag abgezogen werden, wenn "für die betriebliche und berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht".

 

Steueridentifikationsnummer
Auf einem neuen Freistellungsauftrag muss die Steueridentifikationsnummer eingetragen werden. Fehlt sie, werden Zinsen und Dividenden voll besteuert.

 

Grunderwerbssteuer
In mehreren Bundesländern steigt die Grunderwerbsteuer.

 

Beitragsbemessungsgrenze
In Westdeutschland bleibt die Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung stabil bei 5500 Euro im Monat beziehungsweise 66.000 Euro im Jahr. In Ostdeutschland steigt die Schwelle um 150 Euro im Monat auf 4.800/57.600 Euro.

 

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Krankenversicherung sinkt bundesweit von 3750 auf 3712,50 Euro. Die Versicherungspflichtgrenze sinkt auf ein Jahreseinkommen von 49.500 (vorher: 49.950) Euro. Das entspricht monatlich 4125 Euro.

 

Krankenversicherung
Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung steigt um 0,6 Punkte auf 15,5 Prozent. Der Arbeitgeberanteil wird bei 7,3 Prozent dauerhaft festgeschrieben, Arbeitnehmer zahlen also zunächst 8,2 Prozent und müssen alle Zusatzbeiträge alleine schultern.

 

Zusatzbeiträge
Diese Zusatzbeiträge können von den Krankenkassen einkommensunabhängig erhoben werden. Auch gilt keine Obergrenze mehr. Steigt der Beitrag über zwei Prozent des beitragspflichtigen Einkommens, erhält der Versicherte einen Ausgleich. Die Zusatzbeiträge können vollständig steuerlich abgesetzt werden.

 

Wechsel der Krankenversicherung
Der Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wird leichter: Künftig kann ein Arbeitnehmer wechseln, wenn sein Gehalt in nur einem statt in drei auf einander folgenden Jahren die Pflichtgrenze von 49.500 Euro überschreitet.

 

Rente

Der steuerlich absetzbare Anteil der Beiträge zur gesetzlichen Altersvorsorge und den sogenannten Rürup-Renten steigt weiter: Maximal 14.000 Euro bei Einzelpersonen und 28.800 bei Ehepaaren können abgesetzt werden.

 

Hartz-IV
Hartz-IV-Empfänger erhalten einen um fünf auf 364 Euro erhöhten monatlichen Regelsatz. Der Bundesrat muss dem noch zustimmen.

 

Elterngeld, Rentenversicherungspflicht
Andere Sozialleistungen für Langzeitarbeitslose in Hartz IV entfallen: Das Elterngeld wird mit dem Arbeitslosengeld und anderen Leistungen verrechnet. Die Rentenversicherungspflicht fällt weg: Die Arbeitsagenturen zahlen keine Beiträge zur Rentenversicherung und keine Zuschüsse mehr.

 

Kinderzuschüsse
Für Kinder aus Hartz-IV- und anderen bedürftigen Familien gibt es Zuschüsse für Schulessen, -material und - ausflüge sowie Nachhilfe und Freizeitaktivitäten. Pro Kind stehen knapp 27 Euro im Monat im Bildungspaket zur Verfügung. Auch hier muss der Bundesrat noch zustimmen.

 

Heizkostenzuschuss
Der wegen hoher Energiepreise eingeführte Heizkostenzuschuss für Wohngeldempfänger entfällt.

 

Elterngeld
Das Elterngeld sinkt von 67 auf 65 Prozent des letzten Nettogehalts. Der Mindestbetrag von 300 und der Höchstbetrag von 1.800 Euro bleiben.

 

Flugticketsteuer
Auf Flugtickets wird eine neue Steuer fällig. Je nach Entfernung beträgt sie 8, 25 oder 45 Euro.

 

Autofahren ab 17
Begleitetes Fahren für 17-Jährige wird bundesweit zugelassen. Frühestens einen Monat vor dem 17. Geburtstag kann ein Jugendlicher die Führerscheinprüfung ablegen und dann in Begleitung einer mindestens 30 Jahre alten Person Auto fahren. Wer ohne Begleitung fährt, muss mit drastischen Strafen rechnen.

 

Benzin
Autofahrer haben mit E10 eine Spritsorte mehr zu Auswahl. E10 enthält bis zu zehn Prozent Bioethanol aus nachwachsenden Rohstoffen.

 

Strompreise
Die Strompreise steigen auf breiter Front: Zahlreiche Stromanbieter erhöhen ihre Preise und begründen den Preisschub mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Die darin geregelte Umlage zur Förderung von Wind- und Sonnenenergie steigt um mehr als 70 Prozent auf gut 3,5 Cent je Kilowattstunde. Das kommt einer Preiserhöhung von 7,5 Prozent gleich.

 

Brennelementesteuer
Die Betreiber von Atomkraftwerken müssen die Brennelementesteuer zahlen. Sie soll jährliche Einnahmen von 2,3 Milliarden Euro bringen. Allerdings ist das Gesetz noch nicht in Kraft getreten.