Gedanken zum Jahreswechsel von Landrat Wolfgang Spelthahn

LR Wolfgang Spelthahn
LR Wolfgang Spelthahn

(31.12.2010) von Landrat Wolfgang Spelthahn

Insgesamt blicken die Menschen wieder zuversichtlich nach vorn. Der Kreis Düren hat seinen Teil zur Krisenbewältigung beigetragen und in die Zukunft investiert.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

zum Jahreswechsel halten wir inne, blicken zurück und nach vorn. Erinnern Sie sich noch an die Weltuntergangsstimmung im letzten Winter, als die Finanzkrise Angst und Schrecken verbreitete? Hätten Sie damals gewettet, dass uns schon bald ein kräftiger Aufschwung ins Haus steht? Hand aufs Herz!

 


Für den Kreis Düren darf ich sagen: Wir haben uns nicht beirren lassen. Selbst die Zahl der von unserer job-com geförderten Langzeitarbeitslosen ist nicht wie befürchtet nach oben geschnellt. Insgesamt blicken die Menschen wieder zuversichtlich nach vorn. Der Kreis Düren hat seinen Teil zur Krisenbewältigung beigetragen und in die Zukunft investiert. Ein Glanzlicht ist dabei unsere Breitbandinitiative. Wenn in Kürze alle Kabel verlegt sind, dann haben kreisweit fast 90 Prozent aller Haushalte und Firmen Zugang zu schnellem Internet. Während die Zeichen auf Sturm standen, haben wir einen gravierenden, typisch ländlichen Standortnachteil wettgemacht.


Trotz der Gewitterwolken ist unsere Saat vielerorts aufgegangen, im südlichen Kreisgebiet auf dem Feld der Erholung und des Tourismus. Die Internationale Kunstakademie Heimbach brachte schon in ihrem ersten Jahr frische Farben in die Eifel und trug spürbar zur Belebung der Stadt bei. Das erwarten wir auch von der Jugendherberge Nideggen, die auf einen Gästeboom vorbereitet ist. Das Freizeitbad monte mare blühte 2010 unter neuer Regie auf; immer mehr Menschen jeden Alters schöpfen hier Kraft. Auch im nördlichen Kreisgebiet wirken unsere Impulse. In Aldenhoven nimmt das Autotestzentrum dank der Millionen-Förderung des Landes Fahrt auf. Da die Exzellenzuniversität RWTH Aachen dort das Auto der Zukunft entwickelt, lockt das weitere Firmen an. Damit kehrt endlich Leben auf das ehemalige Zechengelände zurück.


Ein ähnlich großes Vorhaben planen wir in Düren. Mit Unterstützung der gesamten Region will unsere Rurtalbahn ein Containerterminal bauen, einen Umschlagplatz im weltweiten Warenverkehr. Wenn das gelingt, ist der Boden für weitere Firmen und neue Jobs bereitet. Darunter werden auch viele Stellen für Menschen mit geringerer Qualifikation sein.


Im indeland blicken wir 2011 mit dem Fernrohr in die zweite Jahrhunderthälfte. Die Masterplanung steht an. Dabei geht es um neue Jobs in der Zeit nach der Braunkohleförderung. Ganz ohne Sehhilfe ist bereits das Jugendgästehaus am Brückenkopf-Park zu erkennen. Dieses indeland-Projekt wird die touristische Infrastruktur Jülichs stärken.
2010 haben wir uns vielfältig mit unseren Nachbarn verwoben. Mit Finanz- und Verkehrsresolutionen hat die Region in Düsseldorf und Berlin Gehör gefunden, wo die großen Weichen gestellt werden müssen. Die anderen stellen wir gutnachbarlich selbst, etwa bei unserer Eifelkonferenz in Heimbach. Von der engen Tuchfühlung mit der Städteregion Aachen profitieren unsere Bürger ganz konkret: DN-Kennzeichen gibt es in Kürze auch in Würselen. Dieser Kurs ist programmiert, Fortsetzungen folgen - ebenfalls bürgerfreundlich und kostensparend.


Strukturen sind wichtig, doch an erster Stelle stehen die Menschen. Deshalb haben wir 2010 an unserer erfolgreichen Förderung von Kindern, Familien, Senioren und Migranten festgehalten. Auch 2011 hat der Rotstift hier keine Chance, denn was wir an bürgerschaftlichem Engagement fördern, zahlt sich auf lange Sicht vielfach aus, menschlich und finanziell. Der Mensch im Mittelpunkt - das gilt auch in unserem neuen Jobcenter in Düren, in dem Langzeitarbeitslose bestmöglich unterstützt werden.


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ich danke allen herzlich, die sich zum Wohle unserer Gemeinschaft eingebracht haben, und lade alle anderen ein, sich zu engagieren. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie ein glückliches, gesundes Jahr 2011!


Ihr Landrat Wolfgang Spelthahn