Der Kongo als Betätigungsfeld für den Mittelstand

„Deutsche Unternehmen sind herzlich willkommen". Das erfuhr jüngst Bernd Ohlemeyer, CDU Kreistagsabgeordneter und stellvertretender Vorsitzender der CDU Mittelstandsvereinigung in Düren bei seinem Besuch im Kongo. „Es ist ein Land mit enormen Reichtum. Die Schönheit der unberührten Natur hat mich bewegt und bestärkt dem Land zu helfen" so Ohlemeyer von seinem Gegenbesuch in den Kongo. Auf dem G 8-Gipfel in Heiligendamm hatte bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel die Länder der Welt aufgerufen, Afrika nicht zu vergessen. „Damit verbinden die Menschen in Süd-Kivu die Hoffnung, dass Deutschland hilft".

Im April besuchten bereits der Vize-Gouverneur der Provinz Süd-Kivu Jean-Claude Kibali, der Finanzminister und eine Delegation aus der Demokratischen Republik Kongo Düren, um sich ein Bild der hiesigen mittelständischen Industrie zu machen. Bernd Ohlemeyer reiste als offizieller Botschafter des Dürener Mittelstandes nach Bukavu, Landeshauptstadt der im Osten liegenden Provinz Süd-Kivu an der Grenze von Ruanda und Uganda. Sein Flug ging über Brüssel nach Kegali/ Ruanda, wo er von einem Abgesandten des Gouverneurs abgeholt wurde. Auf seiner Autofahrt vom Flughafen nach Bukavu hatte er Gelegenheit, einen Abstecher in den Kahuzi-Biega-Nationalpark zu machen. „Wir hatten Glück eine kleine Horde „Silberrücken" zu treffen" erzählt Ohlemeyer und ist sichtlich beeindruckt von der landschaftlichen Schönheit. Hier leben inmitten des tropischen Regenwaldes des Parks die letzten Populationen der Östlichen Flachlandgorillas, die aufgrund der Farbe ihres Rückenfells „Silberrücken" genannt werden. Hier war der Ort, wo Dian Fossey die Gorillas studierte und weltberühmt machte.

Reichtum an Rohstoffen

„Das Land verfügt über einen enormen Reichtum an Rohstoffen, durch die Kriegswirren ist aber fast alles zerstört worden", berichtet Ohlemeyer. So gibt es kaum Mittelstand im Kongo, die logistische Infrastruktur, falls vorhanden, besteht aus Schotterpisten, wo jede Fahrt zur Belastungsprobe von Autos oder Lkw wird. In Gesprächen mit dem Vizegouverneur Jean Claude Kibali konnte Ohlemeyer sein Projekt einer Konvertierungsanlage vorstellen. Hier werden nachwachsende Rohstoffe, wie Zuckerrohr von den brachliegenden Plantagen und Müll in elektrische Energie und Kraftstoffe gewandelt. „Der Vize-Gouverneur fand die Idee sehr gut und bot mir einen Standort in der Nähe der Stadt Ovira an", so Ohlemeyer. Kibali hat in Deutschland Bauingenieurwesen studiert, und möchte gerne eine stärkere Beteiligung von deutschen Unternehmen im Kongo. Vor allem sucht der Vize-Gouverneur Straßenbauer und mittelständische Betriebe, die wichtige Versorgungsstraßen bauen und die zahlreichen Rohstoffquellen von Steinkohle, Diamanten, Gold, Eisen Uran, Cobalt (Weltspitze), Mangan, Zink, Zinn, Cadmium, Germanium und Beryllium und vor allem Kupfer helfen zu erschließen. Diese Reichtümer sind immer wieder Grund für Unruhen und Bürgerkriege im Land.

„Vor allem das deutsche Ausbildungssystem, hat es dem Vize Gouverneur angetan. Gerne möchte er die neuen Investitionsprojekte mit der Ausbildung kongolesischer Arbeiter verbinden, um den Aufschwung im Land in Gang zu bringen", so Ohlemeyer.

 

Kein Vertrauen in die Banken

 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Aufbau eines Sparkassensystems nach deutschem Vorbild. „Im Kongo haben die Menschen kein Vertrauen in die Banken, das ist mit ein Grund dafür, dass es hier nicht vorwärts geht", urteilt Ohlemeyer und weiter: „Die Demokratie steckt noch in den Kinderschuhen. Man versucht aber, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren. Deshalb rate ich zu einem vorsichtiges Engagement mittelständischer Firmen im Kongo."