Bürgermeisterwahl in Aldenhoven

12.08.2007


Glückwunsch nach Aldenhoven. Die Gemeinde hat einen klaren Sieger: Lothar Tertel, Kandidat von CDU und UsA. Und klare Verlierer: Dietmar Nietan, Vorsitzender des SPD Unterbezirks und seine Stellvertreterin Liesel Koschorreck MdL. Wer miterlebt hat, wie sich die beiden führenden Genossen in Aldenhoven in den letzten Wochen öffentlich in Szene gesetzt hatten, spürte, dass da für die SPD mehr auf dem Spiel stand als die Frage, wer in Aldenhoven Bürgermeister werden würde. Es ging nicht allein um den Genossen Raoul Pöhler, vielmehr ging es darum, die Erosion der SPD mit einer Erfolgsmeldung zu stoppen und eine Art Aufbruchstimmung über die Kreisgren-zen hinaus auszulösen.

 

Die herbe Niederlage hat eine ganz neue, peinlich-pikante Bedeutung auch und gerade für Dietmar Nietan als Vorsitzender der SPD Mittelrhein und Liesel Koschorreck MdL als Mitglied des SPD-Landesvorstandes. Sie konnten die wegbereitenden Vorleistungen für die Genossen in Berlin und Düsseldorf von Aldenhoven aus nicht erbringen. Die SPD verharrt in miserab-len Umfragewerten, weshalb für die Genossen diese Bürgermeisterwahl ein kleiner Probelauf für die kommenden Kommunal- und Bundestagswahl 2009 war. Und genau deshalb hatte Nietan, assistiert von seiner Stellvertreterin, die Bürgermeisterwahl in Aldenhoven zur Chefsache erklärt.

Abzuwarten bleibt, wie die SPD-Basis die gallebittere Niederlage hinnimmt. Nietan und Koschorreck müssen sich etwas einfallen lassen; die Zeit verspricht spannend zu werden. Lothar Tertel und die CDU haben jedenfalls sehr gute Arbeit vor Ort geleistet. Sie sind auf die Menschen zugegangen und haben einen offensiven und selbstbewussten Wahlkampf gemeinsam geführt.

 

Nach dem Spitzenergebnis für Lothar Tertel muss die Stimmung unter den Dürenern Genossen noch schlechter sein als die Umfragen. Die SPD leidet darunter, dass sie im Kreis Düren unter der Verantwortung von Nietan kaum vorzeigbare politische Ergebnisse präsentieren kann. Man darf gespannt sein, ob und wann sich die SPD letztlich in ihre Rolle als Oppositionspartei im Kreis Düren einfinden wird. Man darf gespannt sein, ob sie nach Aldenhoven die Kraft haben wird, aus ihrer Verantwortung heraus im Kreis Düren konstruktiv mit zu arbeiten. Man darf gespannt sein, ob SPD-Chef Nietan das Wahljahr 2009 auch zur Chefsache macht und den Ton angeben wird.